Mit dem Eletre verließ Lotus 2022 erstmals das Feld der reinen Sportwagen. Die Baureihe ist als großer, rein elektrisch angetriebener SUV ausgelegt und markiert zugleich den Einstieg der Marke in die Serienfertigung außerhalb Großbritanniens. Entwickelt wurde das Fahrzeug an britischen, deutschen und schwedischen Standorten, die Produktion läuft im chinesischen Wuhan in einem Werk des Mutterkonzerns. Nach Europa kamen die ersten Fahrzeuge 2023.
Karosserie und Format
Der Eletre ist ein fünftüriger SUV mit einer Länge von über fünf Metern und einem entsprechend langen Radstand. Die Dachlinie fällt nach hinten ab, wodurch die Silhouette flacher ausfällt als bei klassischen Geländewagenformen. Aerodynamik spielt bei der Auslegung eine tragende Rolle: Luft strömt durch Kanäle in der Front, über den vorderen Radhäusern und entlang der Flanken hindurch, ein Heckspoiler fährt geschwindigkeitsabhängig aus. In der Fronthaube sitzen Öffnungen, die Luft aus dem Radkasten ableiten. Für Assistenzfunktionen sind ausfahrbare Lidar-Sensoren erhältlich, die im Ruhezustand in der Karosserie verschwinden. Die Türgriffe sind bündig in die Flanke eingelassen. Die Räder fallen groß aus, was sich sowohl auf den Federungskomfort als auch auf den Reifenverschleiß auswirkt.
Antrieb und Fahrwerk
Der Eletre fährt rein elektrisch. Je ein Motor an Vorder- und Hinterachse sorgt für Allradantrieb; die Ausführungen unterscheiden sich in der Leistungsstufe und tragen Zahlenkürzel in Verbindung mit Zusätzen wie GT oder Sport. Die Hochvoltanlage arbeitet auf 800-Volt-Basis, wodurch am Gleichstromlader kurze Standzeiten möglich werden. Serienmäßig kommt eine Luftfederung mit adaptiven Dämpfern zum Einsatz, dazu eine Hinterachslenkung und in den stärkeren Ausführungen eine aktive Wankstabilisierung. Bremsscheiben aus Keramikverbundwerkstoff stehen als Option in der Liste. Über Fahrprogramme lassen sich Dämpfung, Lenkkraft und Kraftverteilung anpassen. Das Leergewicht fällt wie bei Batteriefahrzeugen dieses Formats hoch aus, worauf die Dimensionierung von Federung und Bremsanlage ausgerichtet ist.
Platzangebot und Alltag
Im Innenraum stehen serienmäßig fünf Sitzplätze zur Verfügung; alternativ lässt sich eine viersitzige Anordnung mit zwei Einzelsitzen im Fond bestellen, zwischen denen eine durchgehende Mittelkonsole verläuft. Der lange Radstand kommt der Beinfreiheit hinten zugute, die abfallende Dachlinie kostet im Gegenzug etwas Kopffreiheit. Das Gepäckabteil fasst 688 Liter; bei umgeklappter Rückbank stehen über 1.500 Liter zur Verfügung, und unter der Fronthaube liegt zusätzlich ein kleines Fach, das sich für Ladekabel eignet. Die Bedienung erfolgt über einen breiten Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts, schmale Anzeigebänder vor Fahrer und Beifahrer ergänzen die Darstellung. Head-up-Display, mehrere Kamerasysteme und eine Anhängevorrichtung sind je nach Ausführung erhältlich. Für den Alltag relevant sind die Außenmaße: In engen Parkhäusern und auf schmalen Straßen macht sich vor allem die Breite bemerkbar.
Typische Einsatzzwecke
Der Eletre deckt den Bereich ab, in dem große Reiselimousinen und Familien-SUV zusammenkommen. Für Pendelstrecken mit Lademöglichkeit am Wohnort oder am Arbeitsplatz eignet sich das Konzept ebenso wie für längere Fahrten, sofern die Route Schnellladepunkte einschließt. Im gewerblichen Umfeld taucht die Baureihe als Dienstwagen auf, weil Elektrofahrzeuge beim geldwerten Vorteil anderen Regeln unterliegen als Verbrenner. Familien nutzen den Raum im Fond und im Gepäckabteil. Wer regelmäßig einen Anhänger zieht, findet die zulässige Anhänge- und Stützlast in den Fahrzeugpapieren der jeweiligen Ausführung. Für den reinen Stadtbetrieb ist der Wagen groß dimensioniert; auf Überland- und Autobahnetappen passt die Auslegung besser zum Format.
Eletre leasen
Bei einem elektrischen SUV dieser Größenordnung entscheidet der Leasingfaktor darüber, ob eine Rate im Verhältnis zum Listenpreis günstig einzuordnen ist. Weil die Unterschiede zwischen den Ausführungen groß ausfallen, sagt die reine Monatsrate für sich genommen wenig aus. In den Vergleich gehören außerdem Laufzeit, Jahresfahrleistung und die Frage, ob eine Anzahlung fällig wird. Bei gewerblichen Angeboten sind Raten häufig ohne Umsatzsteuer ausgewiesen, bei privaten mit – ein Unterschied, der beim Nebeneinanderlegen zweier Angebote schnell übersehen wird. Für Elektrofahrzeuge kommen zwei weitere Punkte hinzu: Beim geldwerten Vorteil entscheidet die Höhe des Bruttolistenpreises darüber, welcher Prozentsatz anzusetzen ist. Die THG-Quote fließt demjenigen zu, der als Halter im Fahrzeugschein steht – im Leasing also oft der Leasinggesellschaft. Ebenfalls aufschlussreich ist ein Blick darauf, ob Wartung, Verschleißteile und Bereifung im Vertrag enthalten sind, weil große Rad-Reifen-Kombinationen in Verbindung mit dem hohen Fahrzeuggewicht den Verschleiß beeinflussen.