Mit dem B10 hat Leapmotor 2024 auf dem Pariser Autosalon die B-Baureihe eröffnet und zugleich die zweite Generation der hauseigenen Fahrzeugarchitektur eingeführt. Das Kompakt-SUV wurde von Anfang an mit Blick auf Europa entwickelt und schließt die Lücke zwischen den kleinen Modellen der Marke und dem deutlich größeren C10. In Deutschland zählt es zu den meistverkauften Baureihen des Herstellers.
Auftakt der B-Baureihe
Der B10 ist das erste Fahrzeug auf der Plattform LEAP 3.5, die Leapmotor selbst entwickelt und ausschließlich für Heckantrieb ausgelegt hat. Diese Festlegung ist bemerkenswert, weil kompakte SUV in Europa traditionell von der Vorderachse angetrieben werden; der Antrieb an der Hinterachse verschafft dem Fahrzeug einen kleineren Wendekreis und entlastet die Lenkung von Antriebseinflüssen. Innerhalb der Marke steht der B10 für den Übergang von einzelnen Importmodellen zu einer strukturierten Produktfamilie: Die Baureihen B05 und B03X teilen sich mit ihm Grundzüge der Technik und der Bedienlogik. Positioniert ist das Modell im C-Segment und damit in jener Klasse, die in Deutschland den größten Anteil an Neuzulassungen stellt, was das Wettbewerbsumfeld entsprechend dicht macht.
Abmessungen und Aufbau
Formal ist der B10 ein fünftüriges SUV mit klar gezeichneter Schulterlinie, bündigen Türgriffen und einem durchgehenden Leuchtenband am Heck. Die Länge bewegt sich im typischen Rahmen des kompakten SUV-Segments, der Radstand fällt im Verhältnis dazu großzügig aus, weil die Achsen weit an die Fahrzeugenden gerückt sind. Daraus ergibt sich ein Innenraum, der eher an die Mittelklasse erinnert, während die Außenmaße den Alltag in der Stadt nicht erschweren. Die Bodenfreiheit liegt über der eines Kombis, ohne den Einstieg zu erschweren. Im Cockpit ersetzt ein großer zentraler Bildschirm den Großteil der klassischen Bedienelemente, ergänzt um ein separates Fahrerdisplay; Lüftungsdüsen und Ablagen sind flächig in das Armaturenbrett integriert. Auffällig ist die schmale Mittelkonsole, unter der eine offene Ablage entstanden ist.
Antriebsvarianten
Der B10 wird in Deutschland in zwei Antriebsformen geführt. Die rein batterieelektrische Version arbeitet mit einem Elektromotor an der Hinterachse und ist mit zwei unterschiedlich großen Batteriepaketen erhältlich, die sich in Ladeverhalten und Gewicht unterscheiden. Ergänzend gibt es eine Ausführung mit Range Extender: Dort erzeugt ein kleiner Verbrennungsmotor Strom für Batterie und Elektromaschine, überträgt aber selbst keine Kraft auf die Räder. Der Fahreindruck bleibt dadurch elektrisch, während sich die Nachladepause an der Tankstelle erledigen lässt. Für die Wahl zwischen beiden Konzepten ist weniger der Fahrzeugpreis entscheidend als die Frage, ob eine verlässliche Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz vorhanden ist. Innerhalb der batterieelektrischen Variante bestimmt die Batteriegröße den Charakter: Das kleinere Paket hält das Gewicht niedrig und passt zu überwiegend regionalen Fahrprofilen, das größere spielt seine Vorteile auf längeren Etappen aus.
Alltag, Gepäck und Einsatzzwecke
Im Innenraum überzeugt vor allem die zweite Reihe: Die Beinfreiheit ist reichlich bemessen, der ebene Boden erleichtert das Sitzen zu dritt, und die Kopffreiheit leidet auch unter einem Panoramadach kaum. Der Kofferraum ist regelmäßig geschnitten und lässt sich durch geteilt umklappbare Lehnen erweitern; unter dem Ladeboden bleibt Raum für Ladekabel und Kleinteile. Zahlreiche Ablagen im Innenraum, Becherhalter und Taschen an den Vordersitzlehnen sind auf den Familienbetrieb ausgelegt.
Als Einsatzzwecke bieten sich der Weg zur Arbeit über mittlere Distanzen, der Familienalltag mit Kindersitzen sowie der Dienstwagenbetrieb an, wo das Kompakt-SUV-Format in vielen Fuhrparkrichtlinien gesetzt ist. Für den Transport sperriger Güter oder häufigen Anhängerbetrieb ist der größere C10 die naheliegendere Wahl, während der B10 als Kompromiss aus Platz, Übersichtlichkeit und Stellplatzverträglichkeit angelegt ist.
Leasing des Leapmotor B10
Angebote zum B10 unterscheiden sich in der Regel entlang von drei Achsen: Antriebsart, Batteriegröße und Ausstattungslinie. Weil alle drei den Bruttolistenpreis verändern, führt ein reiner Blick auf die Monatsrate leicht zu Fehlschlüssen; der Leasingfaktor ordnet die Angebote zuverlässiger ein, sofern Laufzeit und Kilometerpaket übereinstimmen. Gewerbliche und private Konditionen werden für dieses Modell getrennt kalkuliert und lassen sich nicht sinnvoll gegeneinander stellen, da die gewerblichen Raten üblicherweise ohne Umsatzsteuer ausgewiesen sind. Bei den Varianten mit Range Extender fällt zusätzlich die abweichende steuerliche Einordnung ins Gewicht, was besonders bei der Dienstwagennutzung eine Rolle spielt. Da der B10 in Deutschland in größeren Stückzahlen unterwegs ist, finden sich vergleichsweise viele kurzfristig verfügbare Fahrzeuge; solche Angebote sind an eine feste Konfiguration gebunden, dafür aber oft günstiger kalkuliert als Bestellungen mit mehrmonatiger Wartezeit. Ein Blick auf enthaltene Nebenleistungen wie Überführung, Zulassung oder Wartungspakete rundet den Vergleich ab.