Iveco ist ein Nutzfahrzeughersteller mit Hauptsitz in Turin. Das Unternehmen entstand 1975, als der Fiat-Konzern seine Lastwagensparte mit der italienischen Officine Meccaniche, der französischen Unic und der deutschen Magirus-Deutz unter einem Dach zusammenführte. Hinter dem Kürzel steckt die Bezeichnung Industrial Vehicles Corporation, die zugleich das Tätigkeitsfeld benennt: leichte Transporter, Verteiler- und Fernverkehrs-Lkw sowie Bau- und Sonderfahrzeuge. Personenwagen gehören nicht dazu, weshalb die Marke im deutschen Leasingmarkt als Anbieter gewerblich genutzter Fahrzeuge auftritt.
Wurzeln und Besitzverhältnisse
Die Gründungsmitglieder des Zusammenschlusses von 1975 reichen weit ins Industriezeitalter zurück: Magirus wurde 1866 in Ulm gegründet und baute vor der Fusion als eigenständiger deutscher Hersteller Lastwagen und Feuerwehrfahrzeuge unter dem Namen Magirus-Deutz, Officine Meccaniche entstand 1899 in Mailand, Unic 1905 im französischen Puteaux. Fiat hielt an dem neuen Unternehmen zunächst rund vier Fünftel der Anteile und übernahm es später vollständig. Nach der Neuordnung des Fiat-Industriegeschäfts gehörte Iveco zum Verbund CNH Industrial, bevor das Nutzfahrzeuggeschäft 2022 als Iveco Group N.V. abgespalten und eigenständig an der Mailänder Börse notiert wurde. Neben den Straßenfahrzeugen führt die Gruppe Antriebstechnik unter dem Namen FPT Industrial, deren Motoren auch außerhalb des eigenen Programms verbaut werden. Für den deutschen Markt bleibt die Ulmer Vergangenheit bedeutsam, weil ein Teil der Fertigungs- und Entwicklungstradition der Marke aus Süddeutschland stammt.
Für wen die Marke gedacht ist
In Deutschland arbeitet Iveco mit einem Netz aus Vertragshändlern, Servicestützpunkten und Aufbauherstellern, das auf gewerbliche Kundschaft zugeschnitten ist: Handwerksbetriebe, Bauunternehmen, Kommunen, Speditionen und Vermietflotten. Der Ablauf unterscheidet sich vom Pkw-Handel, weil Aufbau, Nutzlast, zulässiges Gesamtgewicht und Werkstattabdeckung früh in die Entscheidung hineinspielen. Viele Fahrzeuge verlassen das Werk als nacktes Fahrgestell und bekommen Koffer, Pritsche, Kipper oder einen Spezialaufbau erst beim Aufbauhersteller. Die Iveco Leasing Angebote im Portal betreffen daher in aller Regel Transporter und Lastwagen und keine Fahrzeuge aus dem Pkw-Segment. Wer ein Fahrzeug für den privaten Alltag sucht, wird bei den Pkw-Marken des Portals eher fündig.
Was die Fahrzeuge technisch prägt
Konstruktiv fällt beim Daily der Leiterrahmen auf, wie er sonst im Lastwagenbau verwendet wird. Daraus ergeben sich Freiheiten beim Aufbau und Reserven bei der Zuladung, weshalb das Fahrgestell als Grundlage für Reisemobile, Rettungsfahrzeuge, Kommunaltechnik und Kleinbusse dient. Antriebsseitig umfasst das Programm Dieselmotoren, Erdgasantriebe und batterieelektrische Ausführungen; im schweren Segment kommt verflüssigtes Erdgas hinzu. Automatisierte Schaltgetriebe, Telematik für die Fuhrparkverwaltung sowie Abbiege- und Notbremsassistenten gehören zum Baukasten der Lkw-Baureihen. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Wartungs- und Reparaturverträgen, die bei gewerblicher Nutzung häufig gemeinsam mit dem Fahrzeug abgeschlossen werden, weil Standzeiten in einer Flotte unmittelbar Geld kosten.
Das Fahrzeugprogramm im Überblick
Das Angebot gliedert sich nach Gewichtsklassen und Einsatzzwecken:
- Daily: leichter Transporter, seit 1978 im Programm, als Kastenwagen, Fahrgestell und Kleinbus aufgebaut
- eDaily: batterieelektrische Ausführung des Daily
- Eurocargo: Verteiler-Lkw für den Nahverkehr, auch mit Erdgasantrieb
- S-Way: Zugmaschine und Motorwagen für den Fernverkehr
- X-Way: Bauverkehr mit überwiegendem Straßenanteil
- T-Way: schwerer Geländeeinsatz und Baustellenbetrieb
Ergänzend führt die Gruppe Omnibusse unter einem eigenen Markenzeichen sowie Sonderfahrzeuge für Feuerwehr und Rettungsdienst. Für den Leasingvergleich ist vor allem der Daily von Bedeutung, weil er in Größen und Aufbauvarianten erhältlich ist, die dem Bedarf kleinerer Betriebe entsprechen.
Angebote richtig einordnen
Bei Nutzfahrzeugen streuen die Konditionen stärker als bei Personenwagen, weil Aufbau, Gewichtsklasse und Fahrprofil weit auseinanderliegen. Der Leasingfaktor bleibt eine brauchbare Kennzahl, solange gleiche Laufzeiten und gleiche Laufleistungen nebeneinandergelegt werden. Gewerbliche Fahrprofile liegen oft über den Kilometerstaffeln, die im Pkw-Leasing üblich sind, weshalb der Preis für Mehrkilometer und die Erstattung für Minderkilometer Beachtung verdienen. Ebenso zählt, ob Überführung, Zulassung, Aufbau, Wartung und Reifen in der Rate enthalten sind oder gesondert berechnet werden, denn der Aufbau kann einen erheblichen Teil des Fahrzeugwerts ausmachen. Da die Marke keine Personenwagen führt, richten sich Iveco Leasing Angebote im Regelfall an Gewerbetreibende. Bei gewerblicher Nutzung kommen außerdem der Vorsteuerabzug und die bilanzielle Behandlung ins Spiel, die sich je nach Vertragsart unterscheiden und im Zweifel steuerlich geprüft werden sollten.