Mit der A290 hat Alpine 2024 den Schritt in die Elektromobilität vollzogen und zugleich eine Tradition wiederbelebt: Sportliche Ableger des Renault 5 gehörten in den 1970er- und 1980er-Jahren zu den bekanntesten Kleinwagen mit Rennsporthintergrund. Die Neuauflage übernimmt die Grundstruktur des elektrischen Renault 5, erhält aber eine eigene Karosseriebreite, ein anderes Fahrwerk, eine kräftigere Bremsanlage und eine eigenständige Bedienlogik im Cockpit. Gebaut wird sie gemeinsam mit dem Basisfahrzeug auf einer Linie.
Karosserie und Format
Die A290 ist ein fünftüriger Kleinwagen mit kurzen Überhängen und aufrechter Heckpartie. Gegenüber dem Spendermodell wächst die Spurweite, entsprechend ausgestellt sind die Kotflügel; hinzu kommen größere Räder, eine markante Frontpartie mit vier Lichtelementen als Anspielung auf Zusatzscheinwerfer im Rallyesport und ein eigener Heckabschluss. Die Abmessungen bleiben städtetauglich, sodass sich das Fahrzeug in engen Parklücken und schmalen Altstadtstraßen unaufgeregt bewegen lässt. Im Innenraum unterscheiden sich Sitze, Lenkrad und Anzeigen deutlich von der Serienbasis: Das Lenkrad greift Bedienelemente aus dem Motorsport auf, die Instrumente lassen sich auf sportliche Darstellungen umschalten, und das Infotainment arbeitet mit einem System auf Android-Basis samt integrierter Kartendienste, die die Ladeplanung übernehmen.
Antrieb und Fahrwerk
Angetrieben wird die Vorderachse von einem einzelnen Elektromotor, der in zwei Leistungsstufen angeboten wird; ein Allradantrieb steht nicht zur Wahl. Die Kraftübertragung erfolgt ohne Schaltvorgänge, die Stärke der Rekuperation lässt sich über Wippen am Lenkrad in Stufen verändern. Für die sportliche Ausrichtung sorgen straffere Federn und Dämpfer, eine geänderte Lenkungsabstimmung sowie eine vergrößerte Bremsanlage mit farbig abgesetzten Sätteln. Ein Knopf am Lenkrad ruft kurzzeitig die volle Leistung ab, ein Drehschalter wechselt zwischen den Fahrprogrammen. Bordseitige Telemetriefunktionen zeichnen Fahrdaten auf und geben Rückmeldung zur Fahrweise. Weil die Batterie im Fahrzeugboden liegt, sitzt der Schwerpunkt niedriger als bei einem vergleichbaren Verbrenner-Kleinwagen, was die Seitenneigung begrenzt; das Mehrgewicht der Batterie muss die Abstimmung im Gegenzug auffangen.
Platzangebot und Ladealltag
Fünf Türen und fünf Sitzplätze machen die A290 alltagstauglicher, als es die sportliche Optik nahelegt. Der Fond eignet sich vor allem für Kinder oder kürzere Strecken, weil Bein- und Kopffreiheit dem Kleinwagenformat folgen. Das Gepäckabteil liegt auf Klassenniveau, die Ladekante fällt vergleichsweise hoch aus, die Rücksitzlehne lässt sich teilen und umklappen. Geladen wird an Wechselstrom über Nacht an einer Wallbox und unterwegs an Gleichstromsäulen; eine Wärmepumpe verbessert im Winter die Effizienz. Große Räder mit sportlicher Bereifung kosten Reichweite, was sich schon bei der Konfiguration bemerkbar macht. Wer überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz lädt, kommt mit dem Format problemlos durch den Alltag; wer dauerhaft auf öffentliche Ladepunkte angewiesen ist, kalkuliert den Zeitaufwand anders. Eine Anhängevorrichtung und schwere Zuladung gehören nicht zum Profil dieser Klasse.
Typische Einsatzzwecke
Ausgelegt ist das Fahrzeug als Stadt- und Pendlerauto, das auf kurvigen Strecken mehr bietet als der Durchschnitt seiner Klasse. Typisch sind kurze tägliche Wege mit nächtlichem Laden zu Hause, gelegentliche Wochenendtouren und die Rolle als Zweitwagen neben einem größeren Familienfahrzeug. Längere Reisen sind möglich, verlangen wegen der kompakten Batterie aber eingeplante Ladepausen. Für Haushalte, die einen elektrischen Kleinwagen mit eigenständigem Charakter suchen und dabei Wert auf Fahrwerk und Lenkung legen, ist die Baureihe eine der wenigen Alternativen in diesem Format. Auch als kleiner Firmenwagen taucht das Modell auf, etwa dort, wo kurze Strecken im Stadtgebiet dominieren und ein markantes Auftreten gewünscht ist.
Leasing der A290
Im Leasing tritt die A290 gegen deutlich günstigere Elektrokleinwagen an, darunter auch das eigene Basisfahrzeug. Der Aufpreis zeigt sich in der Monatsrate, nicht zwangsläufig im Leasingfaktor: Weil der Listenpreis höher liegt, können Angebote mit vergleichsweise hoher Rate rechnerisch günstiger ausfallen als billigere Offerten auf niedrigerem Preisniveau. Die Ausstattungslinien unterscheiden sich in Sitzen, Rädern, Audiosystem und Assistenzumfang und verschieben den Listenpreis erheblich, weshalb ein Vergleich nur innerhalb derselben Linie belastbar ist. Bei elektrischen Kleinwagen lohnt zudem der Blick auf die Laufzeit, weil kurze Verträge das Restwertrisiko beim Anbieter belassen, während längere Laufzeiten die Rate senken. Wartungspakete, die Reifenkosten in den sportlichen Dimensionen und die Frage nach einer Lademöglichkeit am Stellplatz gehören ebenfalls in die Gesamtrechnung. Da die Baureihe nur über ausgewählte Standorte vertrieben wird, fällt die Zahl der Angebote geringer aus als bei Großserienmodellen, und einzelne Aktionen können die Konditionen kurzfristig spürbar verändern.